Orginal Bild der Release Party

Review „Biersturm – Halt ma mein Bier“ vom 10.05.2020

Die Band „Biersturm“ gibt es in der jetzigen Besetzung (Dietz, Janik und Simon ,Gründungsmitglied Durstige Nachbarn) seit Februar 2019.

Vorher agierte die Band eher im Untergrund unter dem Namen „Bierboi!s“ Diese wurden im August 2015 in einer Kneipe in Dresden gegründet. Mit der Umbesetzung im Februar 2019 wurde beschlossen, dass der Name der Band verändert werden muss.

„Halt ma mein Bier“ ist das erste Studioalbum und wurde im Februar/ März 2020 bei 48records eingespielt. Seit April 2020 ist es auf diversen Streaming Plattformen zu hören und im Mai 2020 kam die heißersehnte CD auf den Markt.

Der nette Janik war so zuvorkommend und hat mir die aktuelle CD zukommen lassen. Es ist aber nicht irgendeine CD, nein, es ist die Nr. 27!!! Aufmerksame Leser werden bemerkt haben, dass es sich um die CD handelt, welche auf der Release Party hoch und runter gespielt wurde. Sie hat etwas gelitten, insbesondere das Inlay, war aber Zeuge des unglaublichen! Der erste Youtube-Live-Stream der Band. Das war am 02.05.2020 und wurde „Biersturm – Die große Webshow“ getauft. Das Video ist weiterhin auf Youtube verfügbar.

Die CD kommt im Digi Pack und abklappbaren Booklet daher. Das Inlay ist mit Fotos bestückt und enthält ein Tagebuch der Recording Session. Sehr gute Idee und gut geschrieben.

1. Song: Wir kommen um zu Trinken:

Der Opener ist ein feucht fröhlicher Oi!Punk Kracher, der Biersturm darstellt, wie sie sind. Da haben Simno, Janik und Dietz schon mal ordentlich vorgelegt. Klasse Song, der Bock auf mehr macht.

2. Song: Straßen meiner Jugend:

Vieles war früher besser. Dies schildert Biersturm hier in einer recht wütend klingender Hymne. Aber: Scheißegal, wir saufen weiter! Richtig flotter Oi! Im Stile von Durstige Nachbarn und Konsorten.

3. Song: Bier, Schnaps, Doppelkorn:

Erst dachte ich: Oh, ne Ballade. Naja... Aber nach knappen 40 Sekunden ging es dann los. Krachender Sound, der meine Nachbarn richtig nervt. Das sind die Songs, die man kurz vor Ende des Bewusstseins lauthals mitgröhlt. Grandios.

4. Song: Im Namen unserer Szene (feat. STRUKI – Piratenpapst):

Hier räumen Biersturm mit den linken und den rechten Idioten auf. Spaltung aufgrund politischer Extreme ist einfach Scheiße! Genauso wie das Denunzieren von Leuten, die nicht so PC sind, wie die Masse sie haben will.

5. Song: Bierstürmer:

Sitze ich im Saloon?? Ein witziger Song, der das Leben eines echten Bierstürmers beschreibt.

6. Song: Kneipentour:

Hier bekommen wir wieder waschechten Oi! auf die Ohren. Thematisch werden hier die Sozialkontakte und die damit verbundenen Freizeitaktivitäten beschrieben, die wir alle so lieben. Kneipentour halt.

7. Song: Way of Life:

Hier darf Janik mal den Großteil des Gesangs übernehmen. Und das macht er wirklich gut. Zum textlichen Inhalt muss wohl nicht viel gesagt werden. Musikalisch flott und aggressiv.

8. Song: Jahrelang:

Song. Ne Schmalzlocke braucht man nicht, damit einem der Song gefällt.

9. Song: Kaiser der Nacht:

Midtemposong der aus meiner Sicht einen recht normalen Freitag oder Samstag Abend beschreibt.

10. Song: Biersturm:

Hier bringen Biersturm eine Homage an sich selbst. Dieser Song knüpft textlich sowie musikalisch direkt an den Opener an.

11. Song: Wenn das Leben zerbricht (feat. Toni – Piratenpapst):

Derjenige, der diesen Song geschrieben hat, muss wohl wirklich Scheiße erlebt haben. Nachdenklicher Text, der die Bierstürmer auch mal von einer anderen Seite zeigt, die ihnen sehr gut steht.

Ein rundum gelungenes Debutwerk der Dresdener Bierstürmer. Top Aufnahme, top gemastert und 11 Topsongs, die sich mit saufen, Subkultur aber auch ernsthaften Themen auseinander setzten.

Unterstützt die Jungs und kauft euch diese Scheibe. Wer auf Durstige Nachbarn und Konsorten steht, macht hier nichts falsch.

Tobi Wischnewski