Lorenzo „Laurel“ Aitken

22. April 1927 auf Kuba geboren – 17. Juli 2005 in Leicester, England gestorben.

Am 22. April 1927 erblickte Lorenzo Aitken auf Kuba das Licht der Welt. 1938 zog seine Familie nach Jamaika, genauer gesagt West Kingston. Dort fand er auch zur Musik.

Seinen Durchbruch hatte Lorenzo 1957 bei einem Sängerwettbewerb mit dem Song „Pennies from Heaven“. Er stach seine 9 Konkurrenten aus und gewann ein Preisgeld in Höhe von 2 Pfund. Durch diesen Erfolg wurde er praktisch über Nacht in Jamaika bekannt.

Trotz des lokalen Erfolges arbeitete er weiter am Hafen von Jamaika und empfing Touristen auf der Insel mit jamaikanischen Hits wie „Take me to Jamaika where the rum come from“. Nebenbei nahm er seine ersten Singels auf. Titel wie „Roll Jordan Roll“ oder die Doppelsingle „Little Sheila/ Boogie in my Bones“ sein hier genannt. Letztere hielt sich 11 Wochen an der Spitze der jamaikanischen Charts.

1960 zog Aitken nach England, da seine Musik sich bei den zahlreichen jamaikanischen Emigranten sehr großer Beliebtheit erfreute. So wollte er seiner musikalischen Karriere auf die Sprünge helfen und die nächste Insel mit seiner Musik erobern.

Ende der 60er Jahre war Laurel Aitken maßgeblich daran beteiligt, den Skinhead Reggae zu etablieren. Dadurch verhalf er Weltstars wie Bob Marley indirekt zu ihrem musikalischen Ruhm.

Ende der 70er Jahre brach die nächste Welle der Ska Bands aus. Madness, The Specials, The Beat, The Selecter und Bad Manners sorgten für Furore. Dadurch stieg aber auch das Interesse an den „Urvätern“ des Ska´s wie eben Laurel Aitken, Desmond Dekker oder Prince Buster. So konnte Aitken 1980 seinen UK Charterfolg mit „Rudi got married“ feiern. Dieser Song ist thematisch eine Fortsetzung des Klassikers „A Message to you Rudi“, welcher im Original von Dandy Livingstone stammt.

Laurel Aitken veröffentlichte auf dem deutschen Label Grover 1995 das Studiowerk „The Story so far“ mit vielen seiner alten Hits. Diese wurden musikalisch aufgepeppt und erfreuten sich großer Beliebtheit, da die Songs bisher nur auf 7 Inches erschienen sind und sehr hochpreisige Sammlerstücke waren. Es folgten noch weitere Veröffentlichungen gemeinsam mit Grover.

Laurel Aitken gab im Alter von 76 Jahren noch regelmäßig Konzerte, welche teilweise 1 ½ Stunden andauerten. Er verausgabte sich dabei so sehr, dass er teilweise in einem klatschnassen Fred Perry Polo auf der Bühne stand.

Im Jahr 2003 wurde Laurel Aitken mit einer beidseitigen Lungenentzündung im Krankenhaus in Leicester aufgenommen. Diese Lungenentzündung brachte ihm einen 6 wöchigen Aufenthalt dort ein. Zu dieser Zeit hieß es aus dem Kreis seiner engsten Familienmitglieder, dass Laurel nicht mehr Live auftreten wird.

Im Januar 2005 trat Laurel dann allerdings doch noch einmal Live gemeinsam mit The Selecter und The Riffs bei einer Tribut Show auf. Dies sollte sein letztes Mal auf der Bühne sein.

Am 17. Juli 2005 verstarb Lorenzo „Laurel“ Aitken im Glenfield Hospital in Leicester an einer schweren Herzattacke.

Im September 2005 erschien ihm zu Ehren die Live DVD „Live at Club Ska“ . Dies ist die Liveaufzeichnung seines letzten Auftritts aus dem legendären Club Ska im englischen Middelsex/ Nord London.

Ich selber durfte Laurel Aitken am 06.02.2000 einmal Live in Hamburg im Logo erleben. Es war ein fantastisches Konzert. Der „alte“ Mann, der überhaupt nicht alt wirkte, schmetterte seine Songs dem Publikum entgegen, als wäre er im besten Alter. Das war er wohl auch. Skinhead, Sally Brown und all die anderen Songs bleiben unvergessen.

Danke Laurel, dass du uns das hinterlassen hast.

R.I.F. Lorenzo

Voller Ehrfurcht

Tobi Wischnewski