Michael „Micky Fitz“ Fitzsimmons

Micky Fitz war ein ganz großer unserer Szene. 1959 geboren und 2016 verstorben. Ihm zu Ehren schreibe ich ein Portrait, damit er nicht in Vergessenheit gerät.

Micky Fitz war ein Gründungsmitglied der Band „The Business“. 1979 wurde die Band von ihm mit einigen Schulkameraden im Süden Londons (Lewisham) gegründet.

Sie hatten 1980 ihren ersten Auftritt vor einer Handvoll Freunden. 1981 spielten sie als Support ihr erstes Oi! Konzert gemeinsam mit den „ The 4 Skins“. Zu diesem Zeitpunkt nahm es für „The Business“ an Fahrt auf. Sie gehörten mit „Cockney Rejects“, „Sham 69“ und den „The 4 Skins“ zu den Pionieren der britischen Oi! Szene und spielten sich rund um den Globus.

1988 löste sich „The Business“ auf und reformierten sich 1992 wieder.

Micky war bis zu seinem Tod 2016 Sänger der Band. Ihr letztes Konzert mit Micky am Gesang wurde 2015 in Spanien / Badalona gespielt.

Ende 2015 wurde beim Micky Lymphdrüsenkrebs diagnostiziert. Er unterzog sich einer Strahlenbehandlung und einer darauf folgenden OP. Erst schien es so, dass er auf dem Weg der Besserung sei, erlag dann aber am 01.12.2016 letztlich an seiner Krankheit.

„The Business“ haben eine Vielzahl an Alben, Singels und Samplerbeiträgen veröffentlicht. Der wohl bekannteste Song war „England 5, Germany 1“ welcher auf das Endergebnis des Auswärtssieges bei der WM Qualifikation 2002 gegen Deutschland verweist.

Hier sind einige der Veröffentlichungen aufgelistet:

Alben:

1983 Suburban Rebels

1985 Saturdays Heroes

1988 Welcome to the real World

1994 Keep the Faith

1997 The Truth, the hole Truth and nothing but the Truth

2001 No mercy for you

2003 Under the Influence

2003 Hardcore Hooligan

2010 Doing the Business

Hinzu kamen einige Singels und unzählige Samplerbeiträge. Die letzte Veröffentlichung war 2016 die Singel „Back in the Day“.

Das erste Mal habe ich „The Business“ 1997 auf dem „Rendsburg Super Crash“ Festival live gesehen. Persönlich durfte ich Micky 1998 bei einem Konzert in Schenefeld kennen lernen. Support war damals „Dizipline“ die gerade die Platte „Bulldog Style“ herausgebracht haben. Das Konzert war mit knappen 30 Leuten eher mäßig besucht, was mir aber die Gelegenheit brachte, persönlich ins Gespräch mit Micky zu kommen. Ich kann mich noch erinnern, dass ich auf gebrochenem, besoffenem englisch versucht habe, zu erklären das der anliegende Imbiss keine „echten Chicken Wings“ verkauft, sondern „Chicken Tits“. Das sorgte natürlich für großes Gelächte, aber er hat es verstanden. Wir hatten noch viel Zeit an diesem Abend zu reden, was ein tolles Erlebnis war.

Micky Fitz war ein Mann, der zu seinen Freunden und zu seiner Überzeugung stand. Wir vermissen dich schmerzlich.

R.I.F Micky, und trinke ein Guinness dort wo du gerade bist.

Tobi Wischnewski